Was wurde eigentlich aus Wolfram Alpha?

Die Diskussionen rund um Wolfram flachten schnell ab und verstummten, als der vermeintliche Google Killer gelauncht wurde. Schnell wurde nämlich klar, dass „the Computational Knowledge Engine“ in keiner direkten Konkurrenz zum Suchmaschinenprimus steht.
Zwar handelt es sich bei Wolfram Alpha ebenfalls um eine Suchmaschine, allerdings kann diese nur mit harten Fakten umgehen. So kann man Wolfram Alpha beispielsweise fragen, wie viel das BIP eines Landes dividiert durch das BIP eines anderen Landes beträgt, aber bei Fragen nach dem neuesten Tratsch und Klatsch rund um Britney Spears & Co. weiß die Suchmaschine keine Antwort.
Warum das so ist, lässt sich auch ziemlich einfach erklären. Wolfram Alpha generiert seine Antworten nämlich nicht anhand von Relevanzen bereits bestehender Seiten, sondern berechnet diese. Die Grundlage dafür sind harte (seriöse) Daten, die erhoben wurden und auf die das System durch viele Kooperationen Zugriff hat. Bei Wolfram Alpha werden somit auch keine bereits im Internet befindlichen Aussagen „zitiert“, sondern es können noch nie dagewesene Suchanfragen gestellt und berechnet werden. Google hingegen kann nur dann eine Antwort geben, wenn diese auf irgendeiner Seite, die sich im Index befindet, bereits explizit formuliert wurde.
Dennoch scheint der Platzhirsch Google von Wolfram Alpha nicht ganz unbeeindruckt gewesen zu sein. Ziemlich zeitgleich mit dem Erscheinen von Wolfram Alpha, launchte nämlich auch Google Funktionen, die in sehr vereinfachter und abgespeckter Form ähnliche Suchanfragen durchführen lassen, wie die von Wolfram Alpha.
Die unberichtigte Stille
Dabei ist die derzeitige Stille rund um Wolfram Alpha nicht wirklich gerechtfertigt, denn der Entwickler ist stets darum bemüht, die Suchmaschine weiter auszubauen und zu verbessern. In einem aktuellen Blogbeitrag fasst Stephen Wolfram die bisherigen Fortschritte umfassend zusammen.
So wurde Wolfram Alpha bereits um insgesamt circa 2 Mio. Zeilen des Mathematica-Codes ergänzt, damit fundiertere Suchergebnisse berechnet werden können. Die Basis des Codes hat sich somit um 52 Prozent vergrößert, gemessen am Start der Suchmaschine Mitte Mai dieses Jahres.
Darüber hinaus wird der Code in regelmäßigen Abständen von einer Woche auf den neuesten Stand gebracht, was der Implementierung neuer Features dient. Dazu gehört auch, dass an die 600 Uservorschläge und Bugs bearbeitet werden (insgesamt gab es bisher rund 54.000 Uservorschläge, wobei bislang nur 5.800 auf der Aufgabenliste landeten).
Zudem wurde auch am Ausbau der Datenbasis gearbeitet. Der Gründer der semantischen Suche schätzt, dass sich die Datenbasis in den vergangenen drei Monaten um 10 bis 15 Prozent vergrößert habe. Zu diesem Zweck wurden auch viele neue Entwickler und Mitarbeiter an Bord geholt.
Wie bitte?
Problematisch ist derzeit noch, dass Wolfram Alpha viele Suchanfragen nicht wirklich versteht, obwohl die Ausgangslage für die Suchanfragen die englische Sprache ist. Aufgrund von Analysen wurde ersichtlich, dass diese vor allem auch damit zu tun hat, dass User anders fragen, als man dies vorher erwartet hätte. Daran wurde allerdings bereits geändert und mit Hilfe von Verbesserungen geling es bereits, die Fehlerquote um 10 Prozent zu verringern.
Auch an der technischen Umsetzung möchte man künftig noch weiter arbeiten. Browserunterstützung und Performance sollen verbessert werden. Ältere Browser haben oft nämlich Probleme mit der Suchmaschine, welche diese oft nicht zur Gänze unterstützen. Des Weiteren wird an einer neuen Benutzeroberfläche gearbeitet, die dafür Sorge tragen soll, dass die Ergebnisse schneller und besser ausgeliefert werden.
Vor allem Studenten, Akademikern, Wirtschaftsanalysten etc. dürfte Wolfram Alpha eine große Hilfe sein. Nachdem die verarbeiteten Daten aus seriösen Quellen stammen, kann durch die Verwendung von Wolfram Alpha viel Zeit gespart werden. Auch wenn es sich bei Wolfram Alpha nicht um den angekündigten „Google-Killer“ handelt, wird die Suchmaschine in Zukunft sicher ihren Userzuwachs aufrecht erhalten können.
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