Ist SEO Optimierung oder Manipulation?

internetrechtDr. Julia Blind erörtert in einem aktuellen Beitrag die gegenwärtige Rechtslage rund um die Suchmaschinenoptimierung.

Darin betont sie, dass es bislang nur wenig gerichtliche Entscheidungen gäbe und es so auch schwierig sei, die rechtlichen Grenzen hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung zu bestimmen. Darüber hinaus täten sich die Gerichte auch schwer, gesetzte SEO Maßnahmen in Bezug auf das Recht richtig einzuordnen.

Als Beispiel führt sie ein Gerichtsurteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 18. Juni dieses Jahres an, wo ein Antrag auf eine einstweilige Verfügung von www.ecombase.de (einem Internetforum) gestellt wurde, welcher darauf abzielte, der bekannten Personensuchmaschine yasni.de die Verwendung von bestimmten Keywords in einem nur für die Suchmaschine sichtbaren Teil der Seite zu verwenden. Der Antragssteller hatte nämlich festgestellt, dass yasni.de mit leeren Seiten, das heißt weißer Schrift auf weißen Hintergrund, arbeitet, die nur von den Suchmaschinen gesehen werden.

Innerhalb des hidden texts seien laut Antragsteller auch Suchbegriffe verwendet worden, die seinen Namen beinhalten. Für das Oberlandesgericht Hamm stellt diese Vorgehensweise eine „gezielte Behinderung nach § 4 Nr. 10 UWG“ dar.
Im Normalfall ist die Beeinflussung der Suchmaschinen, damit Kunden abgefangen werden können, keine unzulässige Behinderung. Werden User lediglich zur eigenen Seite hingelenkt, auch wenn von einer anderen Werbung abgelenkt wird, ist wettbewerbskonform.

Das Problem in diesem Fall war, dass der Name des Antragstellers verwendet wurde, um Leute von der fremden Seite auf die eigene umzuleiten. Zusätzlich heißt es im Urteil wörtlich, dass hier „Techniken eingesetzt [wurden], die nicht mehr als Suchmaschinenoptimierung, sondern als eine nicht mehr tolerable Suchmaschinenmanipulation anzusehen sind“.

Dennoch ist dieser Entscheid für Blind fragwürdig, da das Wettbewerbsverhältnis darauf beruht, dass beide Parteien mit Werbebannern in verschiedenen Branchen arbeiten.

Fazit

Als Fazit führt Blind an, dass Suchmaschinenoptimierung prinzipiell rechtlichzulässig ist. Ein Verstoß liegt dann vor, wenn versucht wird mit dem Namen des Mitbewerbers in versteckten Texten sich ein besseres Ranking in den Suchergebnissen zu erschleichen. Neben diesen rechtlichen Rahmenbedingungen muss man allerdings auch speziell auf die einzelnen Richtlinien der Suchmaschinen achten, um nicht aus dem Index ausgeschlossen zu werden.

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